Bald keine Universal Filme mehr im Kino?


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Die Nachricht machte schnell die Runde im Internet. Die weltweit zwei grössten Kinoketten kündigten an, künftig keine Filme des Hollywoodstudios „Universal“ mehr zu zeigen. Was steckt hinter der Drohung, die Firma global zu boykottieren? Und was würde dies für die Konsumenten bedeuten? Gibt es bald keine Universal Filme mehr im Kino? Ein Überblick.

Nachdem letzte Woche die weltweit grösste Kinokette AMC angedroht hatte, künftig keine Universal-Filme mehr zu zeigen, zog diese Woche die zweitgrösste Kinokette Cineplex nach. In einer Stellungsnahme gab die Kinokette klar zu verstehen, dass man das neue Vorgehen von Universal nicht dulden und sämtliche Filme aus dem Angebot streichen würde, sollte Universal tatsächlich an ihren Plänen festhalten.

Kinobetreiber fürchten finanziellen Ruin

Grund für die Auseinandersetzung mit dem Hollywoodstudio ist deren Ankündigung, künftig die Filme zeitgleich an die Kinos sowie die Streaminganbieter herausgeben zu wollen. Somit würde Universal die so genannte „Kinoauswertung“ untergraben und den Kinos so die exklusivrechte streichen. Gemäss der Kinobetreiber wäre das für Ihr Geschäft fatal, da sie befürchten, so noch mehr der Kunden zu verlieren. Bereits in den letzten paar Jahren waren die Besucherzahlen in den Kinos gesunken. Sollte nun noch die Kinoauswertung ins wanken geraten, befürchten die Betreiber das schlimmste. So ist es auch zu erklären, mit welchem scharfen Ton Cineplex die Universal Studios kritisierte.

Wir werden künftig keine Filme mehr zeigen, die von der üblichen Kinoauswertung absehen. Es ist für uns wirtschaftlich nicht sinnvoll. Dieser Schritt von Universal ist völlig unangemessen. (Cineplex)

Universal hingegen sieht dies ganz anders. Grund für die mögliche Strategieänderung ist nämlich der Coronavirus. Da aufgrund der Pandemie sämtliche Kinos geschlossen werden mussten, musste das Studio kreativ werden. Denn von den Kinoschliessungen war unter anderem auch der Film „Trolls World Tour“ betroffen, der eigentlich in dieser Zeit seinen Release hätte haben sollen. Also entschied Universal, den Film anstatt in die Kinos an die Premium-Online-Services zu vergeben und so von Anfang an, ohne Kino, im Stream erhältlich zu machen. In Europa war es so also für umgerechnet etwa 15 CHF möglich, einen brandneuen Film eines Hollywoodstudios im Stream anzusehen.

Universal ist von neuer Strategie überzeugt

Aus der Not wurde eine Tugend, denn der Film startete auf diese Weise äusserst erfolgreich und spielte in den ersten drei Wochen ohne das Zutun von Kinos knapp 100 Mio. Dollar ein. Dies verleitete das Studio nun dazu, die ganze Veröffentlichungsstrategie zu überdenken.

Unser Wunsch war es schon immer, einem möglichst breiten Publikum auf effiziente Weise Unterhaltung zu bieten. (Universal)

Für die Kinobetreiber ist dieser Exklusivzeitraum vor der Veröffentlichung auf anderen Plattformen gemäss AMC jedoch essentiell. Bisher wurden Filme auch aus anderen Gründen als zum Verkauf im Kino gezeigt. Um bei den Oscars nominiert werden zu können, war es bis anhin Pflicht, den Film im Kino gezeigt zu haben. So stellten gar Netflix und Amazon Eigenproduktionen in ausgewählte Kinos, um an den Academy Awards teilnehmen zu können. Dieses Jahr kündigte die Academy jedoch aufgrund der Pandemie an, auch Filme ohne Kinoaufführungen zuzulassen. Sollte diese Regelung auch in Zukunft bleiben, wird dies den Kinobetreibern wohl auch nicht in die Karten spielen.

Es bleibt also spannend in der Auseinandersetzung, und wir fragen uns: Gibt es bald keine Universal Filme mehr im Kino? Was denkt ihr? Würdet ihr trotzdem noch ins Kino gehen, wenn der Film gleichzeitig auch zu Hause verfügbar wäre? Wäre das schlecht für die Kinos? Lasst uns einen Kommentar da oder schreibt uns direkt, wir sind gespannt auf eure Meinungen.

 

 

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